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8. Kapitel
Die Befreiung
„Links
oder rechts herum?“ wollte Dennis von seinem Freund wissen als sie vor dem Turm
standen.
„Ist doch
egal. Der Turm ist doch sowieso rund!“ gab Dirk ihn zur Antwort.
Vorsichtig
gingen sie jetzt an der Turmmauer entlang und als sie den Turm halb umrundet
hatten, sahen sie tatsächlich ein kleines Häuschen vor sich, das etwa zwanzig
Meter vom Turm entfernt an einem Weg stand, der ebenso mit weißem Kies belegt
war, wie jener Weg, auf dem sie selbst vor Stunden hierher gelangt waren.
„Sieht aus
als würde niemand zu Hause sein. Sollen wir gleich nach schauen oder lieber
gemeinsam mit den anderen dorthinein gehen!“ fragte Dennis unsicher seinen
Freund.
„Wir
könnten ruhig mal einen näheren Blick riskieren. Es wird schon niemand zu Hause
sein. Höchstens eine alte vergammelte Hexe, die...“
„Schon gut
Dirk, also dann mal los.
Leise
schlichen sie zum Haus hinüber, das tatsächlich irgendwie einem Hexenhäuschen
glich, so wie man sie sich in einem Märchen vorstellten mochte.
Es schien
völlig aus Holz gebaut zu sein und als die Jungen direkt vor der kleinen Türe
standen, sahen beide, das alle Holzteile mit
kunstvollen Schnitzereien verziert waren.
Selbst die
Türklinke, die ebenfalls aus Holz bestand und die Dennis nun langsam herunter
drückte, machte hiervon keine Ausnahme.
Leise
knarrte die Türe als diese nach innen aufschwang. Vorsichtig traten beide in
das Gebäude ein.
Hatte das
Haus von außen betrachtet einen eher kleinen Eindruck gemacht, so waren die
Jungen doch überrascht, als sie sich jetzt im inneren umsahen.
Ein
einziger gewaltiger Raum war mit Holzregalwänden in drei Bereiche unterteilt
worden.
Im
Eingangsbereich befanden sich etliche Stehpulte, auf denen verschiedene Skizzen
und Zeichnungen ausgebreitet lagen. Von der Decke herab hing einem Kronleuchter
gleich, ein kunstvolles metallartiges Gerüst auf dem vier Petroleumlampen
ähnliche Leuchtkörper montiert waren.
Dennis zog
ein Feuerzeug aus der Tasche und entzündete die Lampen, die den Raum in ein
erstaunlich helles Licht tauchten.
Jetzt
sahen sie, das an den Wänden Regale standen die bis zur Decke hinauf reichten
und in denen Tausenden von Fläschchen standen, in der sich unglaublich viele
unterschiedliche Farbflüssigkeiten befanden.
Der
mittlere Teil des Raumes glich eher einer rustikalen Küche, in deren
Mittelpunkt ein großer Tisch stand.
Um ihn
herum standen acht Stühle, die wiederum vollständig mit geheimnisvollen Schnitzereien
überzogen waren. Auf dem Tisch selbst standen acht Teller und acht Becher, die
aus reinem Silber zu bestehen schienen. Das dazugehörige Essbesteck schimmerte
golden farbig in dem Licht, das Dennis auch hier entzündete.
Ein
mächtiger Ofen stand an einer Wand. Daneben ein Stapel ordentlich geschichteter
Holzscheite.
An den
Wänden hingen Töpfe und Pfannen und in einem Regal rechts davon, befanden sich
weitere Küchen typische Gegenstände.
Gegenüber
vom Ofen stand ein hoher Schrank aus dem ein leckerer Duft heraus strömte der
in Dennis Nase verführerisch kitzelte. Spontan öffnete er den Schrank und
staunte nicht schlecht.
„Man Dirk,
sieh dir das nur an. Ich glaube es einfach nicht. Das ist ja wie im
Scharaffenland. Hier hängen Würste, Schinken und was weiß ich noch für
Leckereien!“
Dirk trat
zu seinem Freund heran und sah nun ebenfalls in diesen, als Speisekammer
genutzten Holzschrank hinein.
Augenblicklich
lief ihm das Wasser im Mund zusammen und ohne ein weiteres Wort zu verlieren,
ergriff er sich einer der geräucherten Würste von denen unzählige an den Hacken
herunter hingen.
Herzhaft
biss er in die Wurst hinein. Dennis folgte seinem Beispiel und schmatzend
gingen sie nun in den hinteren Teil des Hauses.
Dort
befanden sich acht große Betten, die nur darauf zu warten schienen endlich
benutzt zu werden.
Die
Matratzen bestanden aus Sackähnlichen Gebilden, aus denen es nach frischem Heu
roch. Darüber waren etliche Wolldecken ausgebreitet, die mit bunten Mustern
bestickt waren.
„Ich fasse
es einfach nicht!“ entfuhr es Dirk entzückt. „Es ist geradezu eine Einladung
für uns. Findest du nicht auch Dennis?“
„Du hast
recht. Lass uns schnell die anderen hierher holen, bevor sie sich noch sorgen
um uns machen!“
„Kannst du
nicht alleine zum Turm rüber laufen? Ich könnte in der zwischen Zeit ein Feuer
in dem Ofen machen!“
Dennis
überlegte kurz dann willigte er ein. An der Türe drehte er sich noch einmal
nachdenklich zu seinem Freund um und grade als er ihm etwas sagen wollte, kam
dieser ihm zuvor und sagte in einem verschwörerischen Tonfall: „Keine Sorge,
wenn eine alte, verkleidete hutzlige Hexe an diese Türe klopft werde ich ganz
sicher nicht öffnen und bestimmt auch nichts kaufen, keine vergifteten Äpfel,
keine Kämme und...“
Laut
lachend verließ Dennis das Haus der Künstler und eilte zum Turm hinüber.
***
Sara
schaute auf die blassen und schmalen Gesichtszüge von Marvin, die von lockigen
rotbraunen Haaren umgeben waren und irgendwie Engelhaft auf das Mädchen
wirkten.
„Was
glaubt ihr. Wie alt wird er wohl sein?“ fragte sie nachdenklich Kesse und
Niels, die ihre Augen auch auf den schlafenden Prinzen gerichtet hatten.
„Schwer zu
sagen, könnte in unseren Alter sein. Wenigstens nach unserer Zeitrechnung!“
sagte Niels.
„Wie
meinst du das denn?“ erkundigte sich Kesse, die nicht
ganz verstand.
„Wenn
ANDERSWO tatsächlich ein fremder Planet ist, wie wir ja inzwischen glauben,
dann läuft hier die Zeit bestimmt nicht so, wie bei uns daheim auf der Erde.
Hier könnte
ein Tag zum Beispiel nur 12 Stunden dauern. Kommt halt drauf an, wie groß
dieser Planet ist, wie weit die Sonne entfernt ist und so weiter!“ erklärte
Niels.
In diesem
Moment rief Till von weit oben: „Wir sind oben, gleich geht das blaue Licht
aus!“
Alle drei
sahen jetzt zur Turmspitze hinauf, wo der blaue Kristall jetzt unruhig herum zu
tanzen schien, bevor er dann schlagartig seine Leuchtkraft verlor.
„Soweit
dieses!“ sagte Sara und fragte dann: „Wo bleiben nur Dennis und Dirk? Die
hätten schon längst wieder hier sein müssen. So langsam mache ich mir sorgen
und...“
„Psst!“ unterbrach sie Kesse. „Hör doch nur.“
Alle
lauschten und deutlich hörten sie jemanden draußen laut lachen. Sekunden später
wurde das Tor auf gestoßen und Dennis stolperte lachend auf seine verdutzten
Freunde zu.
Sara war
aufgesprungen und fragte verblüfft: „Was ist denn so komisch und wo ist Dirk?“
Dennis
kicherte noch etwas vor sich hin und als er sich endlich beruhigt hatte, sagte
er: „Wir haben das Haus der Künstler gefunden und Dirk entfacht dort grade ein
wärmendes Feuer für uns!“
Wieder
musste Dennis lachen und dabei sagte er: „Ihr werdet es nicht glauben, aber auf
uns wartet ein gedeckter Tisch mit Tellerchen und Becherchen,
mit Gäbelchen und Messerchen. - Aber das Beste ist, das es dort auch noch acht
Bettchen gibt, in denen wir bestimmt gut schlafen werden!“
„Hört sich
an wie ein Märchen!“ grinste Niels und Kesse sagte: „Ja, wir sind die sieben
Zwerge und unser Marvin hier ist das Schneewittchen!“
Alle
lachten jetzt. Als Till und Martin von der Turmspitze zurück kehrten, trugen
sie gemeinsam den schlafenden Marvin hinüber in das entdeckte Haus.
Dort
verfrachteten sie den Prinzen in eines der Betten, bevor sie sich alle um den
Tisch versammelten und sich dann ihre Bäuche mit den gefundenen Leckereien voll
schlugen.
Als alle
satt waren legten auch sie sich schlafen.
Sieben
Stunden später erwachte Dennis schweißgebadet aus einem wirren Traum.
Zunächst
wusste er nicht so recht, wo er sich befand und als er endlich klarer denken konnte,
schlurfte er schlaftrunken in den Küchenteil des Hauses hinüber, wo zu seiner
Überraschung Marvin bereits an dem Tisch saß und ihn neugierig entgegen
blickte.
„Du bist
Dennis?“ fragte dieser und Dennis nickte nur, während er sich nach seinem
Rucksack umschaute.
„Und ihr
kommt von einem Planeten?“ wollte Marvin neugierig wissen.
„Warte mal
bitte Marvin. Ich muss etwas ganz wichtiges aufschreiben. Etwas, von dem ich
geträumt habe!“ Während Dennis gesprochen hatte, kramte er sein Rätselheft
heraus und begann nun damit eilig einige Worte hinein zu schreiben.
Interessiert sah ihn Marvin dabei zu.
Als Dennis
seinen Bleistift endlich ablegte fragte Marvin: „Wie werdet ihr es tun?“
„Was denn
tun. Was meinst du?“
„Ihn
töten, den Ritter. Wie werdet ihr es machen?“
Dennis,
der immer noch nachdenklich auf seine eben geschriebenen Worte geblickt hatte
sah überrascht auf und antwortete: „Aber Marvin, wir werden ihn nicht töten,
wir werden ihn...“
Weiter kam
er nicht mehr, denn der junge Prinz war aufgesprungen und schrie wütend:
„Was heißt
das, ihr werdet ihn nicht töten. Ihr seid doch die angekündigten Retter oder
etwa nicht?“
Dennis war
nun ebenfalls auf gestanden und etwas ratlos. Deshalb sagte er: „Es ist so wie
ich sagte. Wir werden ihn nicht umbringen, sondern erlösen von...“
Wieder
unterbrach ihn Marvin, in dem er schrie: „Erlösen? Von was denn bitte erlösen!“
Tränen der
Wut rannen jetzt über Marvins Gesicht
während er noch lauter schrie.
„Diese
Bestie aus Stein hat nur den Tod verdient, nach allem, was er uns angetan hat!
Verstehst du das denn nicht?“
Durch den
Lärm waren inzwischen auch die anderen erwacht und tauchten nun verschlafen in
der Küche auf. Dirk sah fragend zu Dennis hinüber, der froh darüber war, das seine
Freunde nun ebenfalls wach waren. Deshalb sagte er jetzt: „Setzt euch bitte
alle hin, du auch Marvin!“
Alle
setzten sich, nur Marvin blieb trotzig stehen.
„Na schön
Marvin, wie du willst!“ sprach Dennis nun leicht gereizt weiter.
„Ich
wollte es dir ja grade erklären, warum wir den Ritter nicht töten werden. Aber
du hast mich nicht ausreden lassen. Es wäre also gut, wenn du jetzt erst mal
zuhören würdest, bis ich fertig bin!“
Der Prinz
nickte nur, machte aber immer noch keine Anstalten sich ebenfalls zu setzen.
„Dem
Orakel, das was du in deinem Buch beschrieben hast. Dem traust du doch, oder?“
Marvin
schluckte, nickte aber kaum merklich.
„OK, dann
solltest du wissen, das wir dem Orakel auch trauen.
Dirk ist
der einzige von uns, der mit dem Orakel Kontakt hatte und er wird dir deshalb
jetzt erzählen, was es ihm zuletzt mitgeteilt hat, kurz bevor wir durch das
Portal gegangen sind und auf deiner Welt hier gelandet sind. OK?“
Marvin gab
darauf keine Antwort und deshalb nickte Dennis seinem Freund kurz zu, der
sofort verstanden hatte und dann kurz und bündig die letzte Nachricht des
Orakels zusammen fasste.
Noch
während er erzählte, lies sich Marvin auf seinen Stuhl zurück fallen. Ungläubig
versuchte er zu verstehen, was Dirk ihm da grade erzählt hatte. Er wischte sich
die Tränen aus den Augen, schniefte laut und sagte dann: „Das habe ich alles
nicht gewusst, tut mir leid.“
„Schon gut
Marvin. Wir haben es ja auch erst vor kurzen erfahren.“ sagte Dirk.
Alle
schwiegen eine Weile und dann fragte Marvin: „Wisst ihr denn inzwischen, wer
den Ritter verflucht hat oder wer er in Wirklichkeit ist?“
„Leider
nicht. Fest steht nur, das der große unbekannte weit mächtiger sein muss als
unser Steinritter!“ gab ihn Kesse zur Antwort.
Marvin
stand erneut auf und dann sprudelte es aus ihn hinaus: „Und wie wollt ihr das
Steinmonster denn von seinem Fluch befreien? Ich meine, glaubt ja nicht, das er
friedlich vor euch nieder knien wird.
Ihr könnt
mir glauben, das er sicher nicht darauf warten wird
von euch entzaubert zu werden.
Ich weiß
schon von was ich rede. Zweimal habe ich ihn schon gegenüber gestanden und
genauso oft hat er mich in Stein verwandelt. Gnadenlos und böse...“
Dennis
stoppte Marvins Redefluss in dem er sich ebenfalls erhob und dann sagte:
„Ich hatte
einen Traum, einen ganz irren Traum.
In dem
ging es um Monster, Hexen und Märchen. Und den würde ich euch allen gerne
erzählen, weil ich glaube, das ich jetzt weiß, wie wir den Fluch des
Steinritters brechen können!“
Fassungslos
setzte sich Marvin wieder hin und auch die anderen sahen ihn entgeistert an.
Schließlich
sagte Sara spitz: „Diese Geschichte gestern, mit Schneewittchen und den sieben
Zwergen, das Haus hier, das alles scheint dich wohl bis in deine Träume zu
verfolgen, was?“
„Sara, das
war völlig überflüssig jetzt. Schon vergessen, das wir nur gemeinsam den Fall
lösen können?“ mischte sich Kesse in einem Tonfall ein, der auch nicht gerade
sehr freundlich war.
„OK, ich
erzähle euch einfach mal meinen Traum und dann entscheidet selbst!“
Dennis
erzählte:
„Ich war
ein Vogel und flog durch einen dunklen finsteren Wald.
Doch die
Bäume standen immer dichter und so musste ich schließlich landen. Da sah ich
direkt vor mir einen frischen Brotkrummen und da ich Hunger verspürte, pickte
ich danach um es zu verspeisen. Doch kaum in meinem Schnabel, verwandelte sich
das Brot in einen Stein. Ich konnte ihn nicht mehr ausspucken und schluckte ihn
herunter. So hüpfte ich etwas weiter und fand wieder einen Brotkrummen. Doch
auch dieser wurde zu Stein und so ging es immer weiter, bis plötzlich vor mir
unverhofft ein Feuer auf tauchte.
Um dieses
Feuer herum sprang das grässlichste Wesen, was ich jemals in meinen Träumen
gesehen habe!“
Dennis sah
zu Niels herüber, der nur stammelte: „Willst du damit sagen, das du in deinem Traum
den Monsterzwerg gesehen hast mit dem ich es zu tun hatte?“
Dennis
nickte nur und erzählte dann weiter: „Dieser Zwerg sah tatsächlich so aus, wie
Niels uns ihn damals beschrieben hat. Ich wollte weg fliegen, doch die Steine
in meinem Bauch waren einfach zu schwer um meinen Vogelkörper in die Luft zu
bekommen.
Der Zwerg
hatte mich ohnehin schon erwartet, denn jetzt sprach er zu mir.
Er sagte:
„Nun Dennis, ich habe dich bereits erwartet, schön das du etwas Zeit für mich
gefunden hast!“
Ich war
wie gelähmt, merkte ich doch, das ich jetzt in meinen Traum tatsächlich Dennis
war und nicht mehr ein Vogel.
Der Zwerg
sagte dann: „Ich muss schon sagen, das du wirklich gemeine Freunde hast. Da ist
man nett zu ihnen, will mit ihnen verstecken spielen und dann bestehlen sie
mich einfach! Du weißt von wem ich hier rede?“
Natürlich
wusste ich, das er nur Niels damit meinen konnte und
irgendwie hatte ich nur einen Wunsch.
Ich wollte
weg von diesem Giftzwerg, wollte aufwachen aus diesem Traum, von dem ich
wusste, das es nur ein Traum sein konnte.
Irgendwie
verschwamm dann alles um mich herum, doch der Zwerg holte mich wieder zurück
und fauchte mich wütend an:
„Ich bin
noch nicht ganz fertig mit dir! Es ist eigentlich recht unhöflich zu gehen,
ohne sich wenigstens zu verabschieden. Eigentlich wollte ich dir nur helfen und
es wäre nett, wenn du dir wenigstens meinen Vorschlag noch anhören würdest,
bevor du und deine Freunde sich sinnlos ins Verderben stürzt!
Und das
werdet ihr bestimmt ohne meine Hilfe!“
Dennis
hatte während er erzählte seine Augen geschlossen um sich besser an seinen
Traum erinnern zu können. Jetzt schlug er sie wieder auf und nahm das
Rätselheft in seine Hände und studierte kurz seine Notizen.
Dann
schloss er erneut seine Augen, holte tief Luft und erzählte dann, was weiter in
seinem Traum passierte.
„Der Zwerg
sang dann das Lied, was er damals Niels schon einmal vor gesungen hatte. >Ach
wie gut, das niemand weiß, wie der steinige Ritter heißt>
Dann sagte
er mir: „Ich weiß, das ihr es noch nicht wisst aber ich weiß es schon! Ich
werde dir seinen Namen verraten wenn du mir etwas versprichst!“
Ich wollte
dann wissen, weshalb wir den Namen des Ritters unbedingt wissen müssten. Da
sagte er mir, das es genau nur dieser Name sein wird,
der den Fluch des Ritters beenden könnte.
Jetzt
wollte ich noch wissen, was ich ihn denn versprechen sollte und da sagte er mir
sinngemäß, das ich ihm irgendwann einmal Helfen müsste, egal zur welcher Zeit
er es verlangen würde und egal an welchem Ort er meine Hilfe dann braucht. Nur
gegen dieses Versprechen würde er mir den Namen des Ritters verraten!“
Dennis
öffnete seine Augen und schaute erneut in sein Rätselheft.
Dann sagte
er: „Der Zwerg hatte tatsächlich eine Tätowierung auf seiner Stirn. Doch
erkennen, um was für Zeichen oder Buchstaben es sich dabei handeln mochte,
konnte ich zunächst einmal nicht.
Es war
alles so unscharf, weil der Gnom seine ekelhafte faltige Haut ständig in
Bewegung hatte. Ja es sah fast so aus, als würde seine schleimige Haut ein
Eigenleben führen.
Erst als
ich diesem Widerling versprach, mein Versprechen zu halten, wenn er uns
tatsächlich helfen konnte, wurde die Tätowierung für kurze Zeit deutlicher, so
das ich sie lesen konnte!“
Alle hatte
gespannt zugehört und als Dennis nun schwieg und nicht mehr weitersprach,
platzte es schließlich aus Dirk heraus: „Mensch sag schon, wie ist der Name des
Ritters!“
Dennis
antwortete nicht direkt, sondern blätterte wieder in seinem Rätselheft herum
und schrieb dann erneut etwas auf. Dann sagte er: „Wir haben schon ganz richtig
damit gelegen, das die Buchstaben auf dem Nummernschild mit unseren Namen zu
tun haben könnten, aber eben nicht ganz richtig!
„Und das
heißt jetzt was?“ erkundigte sich Sara etwas schroff.
„Das
heißt, das es nicht die Anfangsbuchstaben unserer
Namen sind, die den Namen des Ritters bilden, sondern die jeweils letzten
Buchstaben! Unser Freund da draußen heißt: NEKLASS!“
„Bist du
dir da absolut sicher? Kein Irrtum möglich?“ fragte Marvin skeptisch.
„Nicht
wirklich!“ gab Dennis zu. „Möglich, das dieser Zwerg
mich reingelegt hat.
Aber diese
Buchstaben sind tatsächlich die letzten in unseren Namen. Das habe ich schon
überprüft.
Ich kann
mir kaum vorstellen, das unser Giftzwerg eigens für mich, oder besser gesagt
für uns alle, seine Tätowierung verändert hat, nur um uns damit in die Irre zu
führen!“
„OK, ich
schlage vor, das wir jetzt erst mal etwas essen und uns dann in Ruhe auf unsere
Aufgabe vorbereiten!“ schlug Till vor.
„Gute
Idee!“ fand Dirk, der sich allerdings fragte, was es überhaupt noch vor
zubereiten gab.
Während
sie aßen, erzählte Dirk seinen Freunden, wie er die ganze Sache sah.
„Vorbereiten
werden wir uns wohl kaum müssen!“ sagte er schmatzend.
„Ich
meine, wir warten auf die Ankunft des Ritters, stellen uns ihm dann einfach in
den Weg und erzählen ihm in einem freundlichen Plauderton, wie sein Name ist!
Der Ritter
wird sich an seinen Namen erinnern, dumm aus seinen Steinbrocken schauen und
dann jämmerlich schreiend, sich zu dem oder das zurück verwandeln, was immer
das auch vorher gewesen sein mag.
ANDERSWO selbst wird aus seinem steinigen Dämmerzustand erwachen und für
immer frei sein!“
Nies kicherte und sagte: „Und wenn sie nicht gestorben
sind, dann Leben sie noch heute!“ Etwas ernster fügte er noch hinzu: „Ich hoffe
nur, du hast recht damit!“
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