SEITE 22
Nach dem
Essen gingen sie gemeinsam zum Turm hinüber und Marvin schlug dann etwas vor,
das den meisten aus ihrer Gruppe zunächst einmal überhaupt nicht behagte.
„Wir
locken den Steinritter einfach hierher. Dann müssen wir nicht ewig auf ihn warten
und ich werde es tun!“
„Und wie
willst du das machen?“ erkundigte sich Dirk.
„Ich
steige auf den Turm hinauf und enthülle den ganzen Kristall. Der Ritter oder
seine Soldaten werden das leuchten sicher sehen und dann hierher marschieren!“
Und genau
das war es, was niemand so recht gefiel.
Es waren
die versteinerten Soldaten, die ihnen sorgen bereiteten. Der Ritter alleine war
ihnen schon unheimlich genug, aber mit seinem Gefolge wirkte er irgendwie noch
unheimlicher.
Doch
Marvin beruhigte sie in dem er sagte: „Ich werde den Kristall nur kurz
enthüllen und dann wieder verdecken. Damit stelle ich sicher, das unser Freund auch tatsächlich bis hier her kommt.
Vor seinen
Soldaten brauchen wir uns eigentlich nicht mehr zu fürchten, weil es ja nur
versteinerte Bewohner von ANDERSWO sind, die ich, sollten sie nahe genug an den
Turm heran kommen, wieder zurück in Menschen verwandeln kann!“
Dennis
sagte überrascht: „Ja genau, mit dem Kristall machst du es. Du nimmst das Tuch
wieder herunter, der blaue Strahl erfasst sie und schon sind sie von dem Fluch
befreit!“
„Schön und
gut deine Idee!“ sagte Dirk, „Aber was ist mit dem Ritter? Ich meine, wir
wissen ja nicht wie das Kristall Licht auf ihn wirken wird. Sicher ist
höchstens, das er sich vor dem Licht fürchten wird.
Warum sonst hätte er den Kristall verhüllen lassen. Das könnte aber auch
bedeuten, dass er dann versuchen wird zu fliehen. Und das wäre gar nicht so gut
für uns!“
„Nun ja,
möglich wäre das, aber eher unwahrscheinlich.“ erklärte Marvin nun.
„Er würde doch
von euch sofort umzingelt werden und bevor der Steinklotz kapiert, was
eigentlich los ist, sagt ihr ihm seinen Namen.
Dann
müsste der Fluch doch eigentlich von ihm weichen und wir könnten sehen, wer
sich wirklich hinter dem Ritter verbirgt. Also, was meint ihr. Etwas Besseres
mag mir jetzt auch nicht einfallen!“
Sara hatte
aber noch bedenken und deshalb sagte sie ängstlich: „Und wenn er uns allesamt
in Steine verwandelt, bevor wir seinen Namen rufen können?“
Marvin
beruhigte sie in dem er sagte:
„Keine
Sorge, ich weiß aus eigener Erfahrung, das er dies
nicht kann, solange jeder von euch ein Portalsymbol in seiner Hand hält!
Und da ich
im Augenblick keines dieser Symbole besitze, ist es doch ganz gut, wenn ich
oben auf dem Turm stehen könnte. Da wird mir hoffentlich nichts passieren. Ich
denke, das mich der Kristall diesmal schützen wird!“
*
Und so kam
es, das nach einer unendlich langen Zeit der „Turm des
Wissens“ für kurze Zeit zu leuchten begann. Das blaue Licht des Kristalls brach
sich eine Bahn durch die eisige Dunkelheit von ANDERSWO, bis hin zum Steinritter, der wütend sein noch
verbliebendes Auge schloss.
Als fünf
Minuten später die Dunkelheit zurück kehrte, setzte er sich hass erfüllt mit
seiner versteinerten Gefolgschaft in Richtung Turm in Bewegung.
*
Eine
längere Wartezeit brach nun an, die sie im Turm verbrachten.
Abwechselnd
hielten sie vor dem Tor wache, damit sie die Ankunft des Ritters rechtzeitig
hören konnten.
Knappe
vier Stunden später war es dann so weit. Dennis stürmte durch das Tor und
schrie: „Es geht los, wir müssen in unsere Verstecke!“
Marvin
spurtete die Rampe hoch, während alle anderen aus dem Turm hinaus rannten.
Sara, Kesse und Till versteckten sich links des Weges hinter dem dichten
versteinerten Buschwerk, während Martin, Nils, Dennis und Dirk auf der anderen
Weg Seite in ihrem Versteck Deckung suchten.
Angespannt
lauschten sie auf das stampfende dröhnen, das sich langsam näherte.
Lauter und
lauter wurde es, bis dann schemenhaft die ersten Soldaten an ihnen vorbei zogen
und sich dann um den Turm herum auf zustellen begannen.
Dennis
flüsterte: „Die glauben, das wir alle in den Turm sind. Ganz schön dämlich sind
die.“
Immer mehr
Steinsoldaten marschierten an ihnen vorbei und umso mehr es wurden,
desto nervöser wurden die Kinder in ihren Verstecken.
Vom
steinigen Ritter selbst fehlte zunächst einmal jede Spur.
Grade als
Martin nach ihm fragen wollte, stampfte der Gigant an ihnen vorbei und blieb
nur wenige Meter weiter abrupt stehen.
Dann
herrschte plötzlich totenstille, jedoch nur für wenige Sekunden.
Mit laut
polternder Stimme schrie der Ritter zum Turm hinüber: „Kommt besser sofort aus
dem Turm heraus, bevor ich ihn in Schutt und Asche legen werde. Eigentlich
wollte ich euch am Leben lassen, aber ihr wollt es scheinbar nicht anders, ihr
lächerlichen möchte gern Helden!“
Bei seinen
letzten Worten stampfte er kräftig in den weisen Kies, so das
einige Kieselsteine wie Geschosse durch die Gegend pfiffen. Eines der Steinchen
zischte heulend an Dirks Ohr vorbei, so das er sich
erschrocken noch tiefer duckte. Dann flüsterte er: „Wir sollten es jetzt machen
Dennis, jetzt oder nie!“
Dennis
richtete sich langsam auf und brüllte dann so laut er konnte zum Turm hinauf:
„MARVIN, jetzt! Mache es jetzt sofort!“
Der Ritter
drehte sich mit einer unglaublichen Geschwindigkeit zu Dennis herum der nun mit
seinem Kristall in der Hand aus seiner Deckung trat. Niels folgte ihm mit
seiner Schleuder und von der anderen Seite des Weges erklang nun laut Tills
Stimme: „He du da oben, was willst du zuerst haben, meinen Zauberring oder etwa
Saras Schlüssel?“
Überrascht
wirbelte der Ritter zu Till herum und brüllte gleichzeitig: „Ergreift sie!“
Sofort
setzten sich die Soldaten in Bewegung doch kamen sie nicht einmal mehr zwei
Meter weit.
Ein
gleißender Lichtstrahl ergoss sich von oben herab und hüllte die Steinsoldaten
in ein gespenstisches blau weises Licht.
Der
Steinritter schaffte es nicht mehr, sich ganz herum zu drehen, denn als ihm die
Kristallstrahlen trafen, fing er an zu brüllen, so das
den Kindern beinahe das Blut in den Adern gefror.
Zügig
umstellten sie den scheinbar gelähmten Ritter, dessen Gebrülle nun langsam in
ein jämmerliches heulen und wimmern überging.
Die
Steinsoldaten verwandelten sich, so wie Marvin es vor raus gesagt hatte,
tatsächlich wieder zurück in Menschliche Wesen, die angesichts des schreienden
Ritters entsetzt an die Turmmauer zurück wichen um dort Schutz zu suchen.
Das
wimmern des Ritters war jetzt zu einem unerträglichen hohen kreischen angeschwollen
und Dennis schrie jetzt so laut er konnte: „Höre mir doch mal zu, du
Steinschlagmumie! Wir kennen deinen Namen und ich bin sicher, das du ihn hören
magst oder etwa nicht?“
Augenblicklich
verstummte der Ritter und Dirk brüllte: „Achtung, bei drei sagen wir es ihm!“
Laut
zählte er jetzt bis drei und dann erschallte aus sieben Kinderkehlen ein Wort,
von dem sie alle hofften, das dies der richtige Name des Ritters war und das
dieser den Fluch ein für alle male beenden würde.
„NEKLASS!!“
Alle hielten
gespannt die Luft an, doch zunächst passierte überhaupt nichts.
Endlos
zogen sich die Sekunden dahin und alle dachten dasselbe. Es hatte nicht
funktioniert und jetzt würde alles verloren sein. Doch dann erstrahlte ein
sanftes Licht im inneren des Steinkolosses. Gleichzeitig verschwammen seine
Körperumrisse und begannen zu schrumpfen.
Gebannt
starten sie auf dieses Schauspiel, als plötzlich Marvins lauter Schrei vom Turm
herunter erklang. Entsetzt zuckten alle zusammen und blickten zum Turm hinauf.
Ein riesiges
Auge hing dort im nichts und glühte sie feurig an.
Sara
schrie: „Gütiger Himmel, was ist denn das!“
Panik
erfasste die Gruppe jetzt, wusste doch niemand darauf eine Antwort. Nur Niels
reagierte und schrie Dennis zu: „Dein Kristall, her damit, schnell!“
Dennis
warf es ihm zu und Niels spannte jetzt zitternd seine Schleuder.
Völlig
unerwartet für Niels und seine Gefährten erklang jetzt eine freundliche Stimme
in ihren Köpfen, die einzig alleine Dirk und Marvin bisher vernommen hatten.
Es war das
Orakel, das sich da meldete und Niels augenblicklich innerlich völlig
entspannte. „Du hast nur einen Schuss aber du wirst treffen!“
Der Junge
spannte das Gummi, zielte und schoss. Der Kristall schlug ziemlich genau in der
Mitte des Auges ein, das sich dann in einem Gigantischen Farbenmeer ins nichts
auflöste.
Doch schon
ertönte die Stimme des Orakels erneut: „Bildet einen Kreis und fast euch bei
den Händen, sofort!“
„Was,
warum?“ entfuhr es Dirk, der einen raschen Blick auf den Steinritter riskierte.
Dieser war inzwischen weiter geschrumpft, doch war immer noch nicht erkennbar
zu was er sich verwandeln würde.
„Keine
Zeit für Erklärungen! Tut was ich euch sage und fast euch an. Ihr müsst sofort
zurück in eure Welt!“
Kaum
hatten die Kinder mit ihren Händen den Kreis geschlossen, erschien in ihrer
Mitte eine rot pulsierende Kugel, die leise summte. Dann fing sie zu rotieren
an, immer schneller und schneller. Das summen wurde lauter und schließlich
verschwamm ihre Umgebung im nichts. Das letzte, was die Kinder zu hören
glaubten, war Marvins Stimme, die von irgendwo weit entfernt etwas schrie, was
aber niemand von ihnen mehr verstand...
***
...Martin
schreckte auf, als er ein ihm vertrautes piepen vernahm.
Etwas
benommen rieb es sich seine Augen und blickte sich erstaunt um.
Er saß
mitten auf der Wiese von Tante Bertas Garten und neben ihn lag sein Freund
Niels, der grade seine Augen öffnete. Verwundert fragte dieser: „Martin, was
machst du den hier?“
„Das gleiche
wollte ich dich grade fragen. Kann mich gar nicht daran erinnern, das du zu mir gekommen bist! Ich meine wir sind hier im
Garten meiner Tante!“
Etwas
ratlos schaute Niels sich um und sagte dann: „Wir müssen wohl irgendwie
eingeschlafen sein und...“
Niels
brach ab, da jetzt erneut ein lautes piepen erklang.
Martin sah
an sich herunter und stellte verwirrt fest, das er
seine Gürteltasche trug. Er konnte sich nicht daran erinnern, sie angelegt zu
haben. Ebenso wenig daran, das er seine Ratte dorthinein gesetzt hatte.
Zweifellos kam das Piep Geräusch von Florizwo und aus
dieser Tasche. Deshalb öffnete er nun rasch den Reisverschluss und schaute dann
wieder zu Niels hinüber während Florizwo ihren
schwarzen Kopf heraus steckte und an Martins Händen schnupperte.
Niels
sagte nun völlig unverhofft: „Oh, ich wusste überhaupt nicht, das du eine neue
Ratte hast. Wie heißt sie denn?“
„Neue
was?“ entfuhr es Martin irritiert und sah dabei schnell auf seine Gürteltasche
hinunter.
Ungläubig
starrte er auf die zweite Rattenschnauze, die grade neben Florizwo
aus der Tasche heraus schaute und dann herzhaft zu gähnen begann.
Martin
kannte das Tier nicht, das ein rötlichbraunes Fell besaß und völlig
ungewöhnlich für eine Ratte, jetzt mit wasserblauen Augen zu ihm hinauf schaute.
„Ich...“
begann er, brach aber gleich wieder ab. Er fand keine Erklärung dafür, woher
die Ratte kam, noch wie sie zu Florizwo in die Tasche
gelangt sein konnte.
Vorsichtig
hob der Junge das Unbekannte Nagetier heraus und hielt es nun in Augenhöhe vor
sich und studierte es eingehend. „Glaub mir Niels, das ist das erste Mal, das
ich diese Ratte hier sehe. Folglich hat sie noch keinen Namen!“
Auch Niels
beäugte das Tier interessiert und stellte dann fest:
„Ich
finde, er sieht wie ein kleiner Marvin aus!“
„Ja, du
hast recht.“ sagte Martin leise. „Unser neuer Freund hier wird Marvin heißen!“
Beide
Jungen wussten freilich nicht, weshalb sie ausgerechnet diesen Namen gewählt
hatten aber beide fanden, das er einfach nur passte...
*
...Sara
stand bewegungslos in dem verdunkelten Schuppen hinter ihrem Haus, als
plötzlich ihre Schwester Svenja eintrat und etwas genervt rief: „Ach hier
steckst du also! Ich habe dich schon überall gesucht, hast du mich nicht rufen
hören?“
Sara
reagierte nicht, sondern starte weiter in das trübe Dämmerlicht hinein, das
jetzt von dem Licht der nackten Glühbirne verdrängt wurde, als Svenja den
Lichtschalter betätigte.
„Hallo
Sara, jemand zuhause? Hey, ich rede mit dir!“ Dabei schüttelte Svenja jüngere
Schwester etwas unsanft an ihren Schultern.
Jetzt
reagierte das Mädchen und drehte sich langsam herum und sah dann Svenja fragend
an.
Diese
erschrak etwas über den abwesenden Blick ihrer Schwester und fragte dann
erneut: „Sag schon, warum stehst du hier im dunklem Schuppen herum?“
Sie bekam
wieder keine Antwort und deshalb fragte sie, in dem sie auf die vielen Scherben
am Boden wies: „Warst du das? Sieht aus, als hätte der hässliche Gartenzwerg
von unserer Oma einen kleinen Unfall gehabt!“
Bei dem
Wort „Gartenzwerg“ zuckte Sara kaum merklich zusammen, sagte aber immer noch
kein Wort.
„OK, mir
reicht es jetzt! Von mir aus kannst du hier herum stehen, bis du Wurzeln
schlägst!“ fauchte Svenja erbost und rauschte zur geöffneten Schuppentüre
hinaus.
Doch dann
blieb sie noch mal stehen, drehte sich herum und schrie: „Mensch Sara, anderswo
hätten sie dich schon längst in eine Irrenanstalt gesperrt und wenn du so
wie...“
Mit einem
schlage kam Leben in Saras Körper und unterbrach damit Svenjas
Predigt, von der Sara nur ein einziges Wort verstanden hatte.
Langsam
trat sie aus dem Schuppen heraus und blieb dann vor ihrer Schwester stehen.
Schließlich fragte sie: „Anderswo?“
Dabei
verzog Sara ihr Gesicht für ein paar Sekunden, so wie jemand dies tat, der sich
an ein längst vergessenes Ereignis erinnerte, bevor es wieder einen
gleichgültigen Ausdruck annahm. Ohne zu wissen warum, sagte sie dann:
„Anderswo, wo zum Teufel liegt denn dieses Anderswo!“
Svenja war
sprachlos, wusste sie doch nicht, was sie darauf antworten sollte. Kopf
schüttelnd ließ sie ihre Schwester im Garten stehen und ging dann ins Haus
zurück.
Sara ging
langsam hinterher, ohne zu ahnen, das sie sich sehr
bald wieder erinnern würde. Erinnern an ANDERSWO, das irgendwo zwischen SONSTWO
und NIERGENDWO lag und auch daran, das sie neue Freunde gefunden hatte...
*
...Dirk
drehte sich immer noch und als er glaubte, das die
Schaukel stillstand, öffnete er seine Augen. Verwundert sah er sich um, denn
gleich zwei Dinge waren anders als sonst.
Erstens
saß er auf dem Traktorreifen, auf dem er sich sonst quer drüber zulegen
pflegte, wenn er dieses Spielchen machte und zweitens saß er nicht alleine auf
der sich noch immer sacht drehenden Schaukel.
Rechts
neben ihn saß Dennis, der ihn etwas erstaunt ansah und links von ihm öffnete grade Kesse verwundert ihre Augen.
Schweigend
sahen sich die drei eine Weile an, bis Dennis schließlich die Reifenschaukel
endgültig stoppte und absprang. Dann drehte er sich um und fragte sichtlich
verwirrt: „Wie kommen wir nur hier hin und vor allem, was machen wir eigentlich
hier auf diesem Spielplatz?!“
„Schaukeln
vielleicht?“ stellte Dirk eine gegen Frage doch Dennis winkte nur unsicher ab.
Kesse
deutete jetzt auf die Fahrräder, die neben dem Sandkasten ordentlich abgestellt
waren und sagte: „Ich bin mir nicht ganz sicher, aber wollten wir drei nicht zu
einer Höhle fahren um dort...“
Sie brach
ab, überlegte angestrengt und sagte dann: „Wartet gleich fällt es mir wieder
ein, was sagte ich doch gerade?“
Die Jungen
schüttelten beide ihre Köpfe, hatten sie doch aus unterschiedlichen Gründen
nicht zugehört.
Dennis
hatte nämlich den roten Plastikball auf seinem Radgepäckträger entdeckt.
Für einen
kurzen Augenblick glaubte er, das dieser von innen
heraus zu leuchten begann. Aber dann grinste er etwas dämlich vor sich hin,
weil er erkannte, das es so etwas nicht geben konnte.
So glaubte
er wenigstens.
Dirk
registrierte zwar, das Kesse irgendetwas gesagt hatte,
doch worum es dabei ging bekam er nicht mit.
Er hatte
bemerkt, das sein Ohrring sich nicht mehr dort befand,
wo er eigentlich hingehörte. Nachdenklich spielte er an seinem Ohrläppchen
herum.
Alle drei
verfielen wieder ins Schweigen, bis plötzlich ein Geräusch die eingetretene
Stille unterbrach. Langsam näherte sich dem Spielplatz ein knatterndes
Motorengeräusch, das einzig Kesse sofort zu erkennen glaubte...
*
...Till
saß auf seinem Mofa, dessen Motor in den Leerlauf geschaltet leise vor sich hin
tuckerte.
Verwundert
darüber, dass er auf einem Feldweg stand, dachte er angestrengt darüber nach,
was er in den letzten Stunden gemacht hatte.
Nur
langsam dämmerte es ihm wieder.
Er war auf
der Selnauer Burg gewesen, weil dort Theo seinen
Geburtstag feiern wollte. Immer deutlicher wurden seine Gedanken und dann
wusste er plötzlich, das er Theos Party im Streit
verlassen hatte.
An
Einzelheiten dieses Streites mochte er sich jedoch nicht mehr erinnern. Fest
stand nur, das er deshalb niemals wieder in Theos
Bande zurück kehren würde.
Dennoch wurde
er das Gefühl nicht los, merkwürdige Dinge erlebt zu haben. Erlebnisse von
Monstern, Toren und magischen Gegenständen, von Türmen und Steinen und anderen
Welten, die anders waren als jene Welt, in der er selbst zuhause war.
Hatte er
einen Tagtraum gehabt? Er wusste es nicht.
Langsam
fuhr Till nach Hause und als er am Hindenburg Spielplatz vorbei fuhr, sah er
seine Schwester Kesse, die dort mit zwei Jungen stand.
Für einen
kurzen Augenblick glaubte Till, beide Jungen schon eine halbe Ewigkeit zu
kennen, doch dann war dieser Gedanke auch schon wieder vorbei.
Er grüßte
seine Schwester kurz, in dem er seine Hand hob und dann einfach weiter fuhr...
*
Das Leben der Kinder ging seinen gewohnten Gang und niemand
von den sieben konnte sich mehr an ihre Abenteuerlichen Erlebnisse erinnern.
Und das wäre auch sicher so geblieben, wenn nicht eines
Nachts ein roter Plastikball unter Dennis Bett plötzlich in einem
gespenstischen Licht zu leuchten begonnen hätte...
ENDE
-22-
© by
Moritz W. Haus 2002/2001 & 2011
Logisch, das dies noch nicht das ENDE sein kann. Deshalb gibt es mit unserem 2. Online
Roman „SAMSUDARA“, die Fortsetzung von „ANDERSWO“.
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- SAMSUDARA
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