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Nach dem Essen gingen sie gemeinsam zum Turm hinüber und Marvin schlug dann etwas vor, das den meisten aus ihrer Gruppe zunächst einmal überhaupt nicht behagte.

„Wir locken den Steinritter einfach hierher. Dann müssen wir nicht ewig auf ihn warten und ich werde es tun!“

„Und wie willst du das machen?“ erkundigte sich Dirk.

„Ich steige auf den Turm hinauf und enthülle den ganzen Kristall. Der Ritter oder seine Soldaten werden das leuchten sicher sehen und dann hierher marschieren!“

Und genau das war es, was niemand so recht gefiel.

Es waren die versteinerten Soldaten, die ihnen sorgen bereiteten. Der Ritter alleine war ihnen schon unheimlich genug, aber mit seinem Gefolge wirkte er irgendwie noch unheimlicher.

Doch Marvin beruhigte sie in dem er sagte: „Ich werde den Kristall nur kurz enthüllen und dann wieder verdecken. Damit stelle ich sicher, das unser Freund auch tatsächlich bis hier her kommt.

Vor seinen Soldaten brauchen wir uns eigentlich nicht mehr zu fürchten, weil es ja nur versteinerte Bewohner von ANDERSWO sind, die ich, sollten sie nahe genug an den Turm heran kommen, wieder zurück in Menschen verwandeln kann!“

Dennis sagte überrascht: „Ja genau, mit dem Kristall machst du es. Du nimmst das Tuch wieder herunter, der blaue Strahl erfasst sie und schon sind sie von dem Fluch befreit!“

„Schön und gut deine Idee!“ sagte Dirk, „Aber was ist mit dem Ritter? Ich meine, wir wissen ja nicht wie das Kristall Licht auf ihn wirken wird. Sicher ist höchstens, das er sich vor dem Licht fürchten wird. Warum sonst hätte er den Kristall verhüllen lassen. Das könnte aber auch bedeuten, dass er dann versuchen wird zu fliehen. Und das wäre gar nicht so gut für uns!“

„Nun ja, möglich wäre das, aber eher unwahrscheinlich.“ erklärte Marvin nun.

„Er würde doch von euch sofort umzingelt werden und bevor der Steinklotz kapiert, was eigentlich los ist, sagt ihr ihm seinen Namen.

Dann müsste der Fluch doch eigentlich von ihm weichen und wir könnten sehen, wer sich wirklich hinter dem Ritter verbirgt. Also, was meint ihr. Etwas Besseres mag mir jetzt auch nicht einfallen!“

Sara hatte aber noch bedenken und deshalb sagte sie ängstlich: „Und wenn er uns allesamt in Steine verwandelt, bevor wir seinen Namen rufen können?“

Marvin beruhigte sie in dem er sagte:

„Keine Sorge, ich weiß aus eigener Erfahrung, das er dies nicht kann, solange jeder von euch ein Portalsymbol in seiner Hand hält!

Und da ich im Augenblick keines dieser Symbole besitze, ist es doch ganz gut, wenn ich oben auf dem Turm stehen könnte. Da wird mir hoffentlich nichts passieren. Ich denke, das mich der Kristall diesmal schützen wird!“

 

*

 

Und so kam es, das nach einer unendlich langen Zeit der „Turm des Wissens“ für kurze Zeit zu leuchten begann. Das blaue Licht des Kristalls brach sich eine Bahn durch die eisige Dunkelheit von ANDERSWO, bis hin zum  Steinritter, der wütend sein noch verbliebendes Auge schloss.

Als fünf Minuten später die Dunkelheit zurück kehrte, setzte er sich hass erfüllt mit seiner versteinerten Gefolgschaft in Richtung Turm in Bewegung.

 

 

*

 

 

Eine längere Wartezeit brach nun an, die sie im Turm verbrachten.

Abwechselnd hielten sie vor dem Tor wache, damit sie die Ankunft des Ritters rechtzeitig hören konnten.

Knappe vier Stunden später war es dann so weit. Dennis stürmte durch das Tor und schrie: „Es geht los, wir müssen in unsere Verstecke!“

Marvin spurtete die Rampe hoch, während alle anderen aus dem Turm hinaus rannten. Sara, Kesse und Till versteckten sich links des Weges hinter dem dichten versteinerten Buschwerk, während Martin, Nils, Dennis und Dirk auf der anderen Weg Seite in ihrem Versteck Deckung suchten.

Angespannt lauschten sie auf das stampfende dröhnen, das sich langsam näherte.

Lauter und lauter wurde es, bis dann schemenhaft die ersten Soldaten an ihnen vorbei zogen und sich dann um den Turm herum auf zustellen begannen.

Dennis flüsterte: „Die glauben, das wir alle in den Turm sind. Ganz schön dämlich sind die.“

Immer mehr Steinsoldaten marschierten an ihnen vorbei und umso mehr es wurden, desto nervöser wurden die Kinder in ihren Verstecken.

Vom steinigen Ritter selbst fehlte zunächst einmal jede Spur.

Grade als Martin nach ihm fragen wollte, stampfte der Gigant an ihnen vorbei und blieb nur wenige Meter weiter abrupt stehen.

Dann herrschte plötzlich totenstille, jedoch nur für wenige Sekunden.

Mit laut polternder Stimme schrie der Ritter zum Turm hinüber: „Kommt besser sofort aus dem Turm heraus, bevor ich ihn in Schutt und Asche legen werde. Eigentlich wollte ich euch am Leben lassen, aber ihr wollt es scheinbar nicht anders, ihr lächerlichen möchte gern Helden!“

Bei seinen letzten Worten stampfte er kräftig in den weisen Kies, so das einige Kieselsteine wie Geschosse durch die Gegend pfiffen. Eines der Steinchen zischte heulend an Dirks Ohr vorbei, so das er sich erschrocken noch tiefer duckte. Dann flüsterte er: „Wir sollten es jetzt machen Dennis, jetzt oder nie!“

Dennis richtete sich langsam auf und brüllte dann so laut er konnte zum Turm hinauf: „MARVIN, jetzt! Mache es jetzt sofort!“

Der Ritter drehte sich mit einer unglaublichen Geschwindigkeit zu Dennis herum der nun mit seinem Kristall in der Hand aus seiner Deckung trat. Niels folgte ihm mit seiner Schleuder und von der anderen Seite des Weges erklang nun laut Tills Stimme: „He du da oben, was willst du zuerst haben, meinen Zauberring oder etwa Saras Schlüssel?“

Überrascht wirbelte der Ritter zu Till herum und brüllte gleichzeitig: „Ergreift sie!“

Sofort setzten sich die Soldaten in Bewegung doch kamen sie nicht einmal mehr zwei Meter weit.

Ein gleißender Lichtstrahl ergoss sich von oben herab und hüllte die Steinsoldaten in ein gespenstisches blau weises Licht.

Der Steinritter schaffte es nicht mehr, sich ganz herum zu drehen, denn als ihm die Kristallstrahlen trafen, fing er an zu brüllen, so das den Kindern beinahe das Blut in den Adern gefror.

Zügig umstellten sie den scheinbar gelähmten Ritter, dessen Gebrülle nun langsam in ein jämmerliches heulen und wimmern überging.

Die Steinsoldaten verwandelten sich, so wie Marvin es vor raus gesagt hatte, tatsächlich wieder zurück in Menschliche Wesen, die angesichts des schreienden Ritters entsetzt an die Turmmauer zurück wichen um dort Schutz zu suchen.

Das wimmern des Ritters war jetzt zu einem unerträglichen hohen kreischen angeschwollen und Dennis schrie jetzt so laut er konnte: „Höre mir doch mal zu, du Steinschlagmumie! Wir kennen deinen Namen und ich bin sicher, das du ihn hören magst oder etwa nicht?“

Augenblicklich verstummte der Ritter und Dirk brüllte: „Achtung, bei drei sagen wir es ihm!“

Laut zählte er jetzt bis drei und dann erschallte aus sieben Kinderkehlen ein Wort, von dem sie alle hofften, das dies der richtige Name des Ritters war und das dieser den Fluch ein für alle male beenden würde.

„NEKLASS!!“

Alle hielten gespannt die Luft an, doch zunächst passierte überhaupt nichts.

Endlos zogen sich die Sekunden dahin und alle dachten dasselbe. Es hatte nicht funktioniert und jetzt würde alles verloren sein. Doch dann erstrahlte ein sanftes Licht im inneren des Steinkolosses. Gleichzeitig verschwammen seine Körperumrisse und begannen zu schrumpfen.

Gebannt starten sie auf dieses Schauspiel, als plötzlich Marvins lauter Schrei vom Turm herunter erklang. Entsetzt zuckten alle zusammen und blickten zum Turm hinauf.

Ein riesiges Auge hing dort im nichts und glühte sie feurig an.

Sara schrie: „Gütiger Himmel, was ist denn das!“

Panik erfasste die Gruppe jetzt, wusste doch niemand darauf eine Antwort. Nur Niels reagierte und schrie Dennis zu: „Dein Kristall, her damit, schnell!“

Dennis warf es ihm zu und Niels spannte jetzt zitternd seine Schleuder.

Völlig unerwartet für Niels und seine Gefährten erklang jetzt eine freundliche Stimme in ihren Köpfen, die einzig alleine Dirk und Marvin bisher vernommen hatten.

Es war das Orakel, das sich da meldete und Niels augenblicklich innerlich völlig entspannte. „Du hast nur einen Schuss aber du wirst treffen!“

Der Junge spannte das Gummi, zielte und schoss. Der Kristall schlug ziemlich genau in der Mitte des Auges ein, das sich dann in einem Gigantischen Farbenmeer ins nichts auflöste.

Doch schon ertönte die Stimme des Orakels erneut: „Bildet einen Kreis und fast euch bei den Händen, sofort!“

„Was, warum?“ entfuhr es Dirk, der einen raschen Blick auf den Steinritter riskierte. Dieser war inzwischen weiter geschrumpft, doch war immer noch nicht erkennbar zu was er sich verwandeln würde.

„Keine Zeit für Erklärungen! Tut was ich euch sage und fast euch an. Ihr müsst sofort zurück in eure Welt!“

Kaum hatten die Kinder mit ihren Händen den Kreis geschlossen, erschien in ihrer Mitte eine rot pulsierende Kugel, die leise summte. Dann fing sie zu rotieren an, immer schneller und schneller. Das summen wurde lauter und schließlich verschwamm ihre Umgebung im nichts. Das letzte, was die Kinder zu hören glaubten, war Marvins Stimme, die von irgendwo weit entfernt etwas schrie, was aber niemand von ihnen mehr verstand...

 

 

 

***

 

 

 

...Martin schreckte auf, als er ein ihm vertrautes piepen vernahm.

Etwas benommen rieb es sich seine Augen und blickte sich erstaunt um.

Er saß mitten auf der Wiese von Tante Bertas Garten und neben ihn lag sein Freund Niels, der grade seine Augen öffnete. Verwundert fragte dieser: „Martin, was machst du den hier?“

„Das gleiche wollte ich dich grade fragen. Kann mich gar nicht daran erinnern, das du zu mir gekommen bist! Ich meine wir sind hier im Garten meiner Tante!“

Etwas ratlos schaute Niels sich um und sagte dann: „Wir müssen wohl irgendwie eingeschlafen sein und...“

Niels brach ab, da jetzt erneut ein lautes piepen erklang.

Martin sah an sich herunter und stellte verwirrt fest, das er seine Gürteltasche trug. Er konnte sich nicht daran erinnern, sie angelegt zu haben. Ebenso wenig daran, das er seine Ratte dorthinein gesetzt hatte. Zweifellos kam das Piep Geräusch von Florizwo und aus dieser Tasche. Deshalb öffnete er nun rasch den Reisverschluss und schaute dann wieder zu Niels hinüber während Florizwo ihren schwarzen Kopf heraus steckte und an Martins Händen schnupperte.

Niels sagte nun völlig unverhofft: „Oh, ich wusste überhaupt nicht, das du eine neue Ratte hast. Wie heißt sie denn?“

„Neue was?“ entfuhr es Martin irritiert und sah dabei schnell auf seine Gürteltasche hinunter.

Ungläubig starrte er auf die zweite Rattenschnauze, die grade neben Florizwo aus der Tasche heraus schaute und dann herzhaft zu gähnen begann.

Martin kannte das Tier nicht, das ein rötlichbraunes Fell besaß und völlig ungewöhnlich für eine Ratte, jetzt mit wasserblauen Augen zu ihm hinauf schaute.

„Ich...“ begann er, brach aber gleich wieder ab. Er fand keine Erklärung dafür, woher die Ratte kam, noch wie sie zu Florizwo in die Tasche gelangt sein konnte.

Vorsichtig hob der Junge das Unbekannte Nagetier heraus und hielt es nun in Augenhöhe vor sich und studierte es eingehend. „Glaub mir Niels, das ist das erste Mal, das ich diese Ratte hier sehe. Folglich hat sie noch keinen Namen!“

Auch Niels beäugte das Tier interessiert und stellte dann fest:

„Ich finde, er sieht wie ein kleiner Marvin aus!“

„Ja, du hast recht.“ sagte Martin leise. „Unser neuer Freund hier wird Marvin heißen!“

Beide Jungen wussten freilich nicht, weshalb sie ausgerechnet diesen Namen gewählt hatten aber beide fanden, das er einfach nur passte...

 

*

 

...Sara stand bewegungslos in dem verdunkelten Schuppen hinter ihrem Haus, als plötzlich ihre Schwester Svenja eintrat und etwas genervt rief: „Ach hier steckst du also! Ich habe dich schon überall gesucht, hast du mich nicht rufen hören?“

Sara reagierte nicht, sondern starte weiter in das trübe Dämmerlicht hinein, das jetzt von dem Licht der nackten Glühbirne verdrängt wurde, als Svenja den Lichtschalter betätigte.

„Hallo Sara, jemand zuhause? Hey, ich rede mit dir!“ Dabei schüttelte Svenja jüngere Schwester etwas unsanft an ihren Schultern.

Jetzt reagierte das Mädchen und drehte sich langsam herum und sah dann Svenja fragend an.

Diese erschrak etwas über den abwesenden Blick ihrer Schwester und fragte dann erneut: „Sag schon, warum stehst du hier im dunklem Schuppen herum?“

Sie bekam wieder keine Antwort und deshalb fragte sie, in dem sie auf die vielen Scherben am Boden wies: „Warst du das? Sieht aus, als hätte der hässliche Gartenzwerg von unserer Oma einen kleinen Unfall gehabt!“

Bei dem Wort „Gartenzwerg“ zuckte Sara kaum merklich zusammen, sagte aber immer noch kein Wort.

„OK, mir reicht es jetzt! Von mir aus kannst du hier herum stehen, bis du Wurzeln schlägst!“ fauchte Svenja erbost und rauschte zur geöffneten Schuppentüre hinaus.

Doch dann blieb sie noch mal stehen, drehte sich herum und schrie: „Mensch Sara, anderswo hätten sie dich schon längst in eine Irrenanstalt gesperrt und wenn du so wie...“

Mit einem schlage kam Leben in Saras Körper und unterbrach damit Svenjas Predigt, von der Sara nur ein einziges Wort verstanden hatte.

Langsam trat sie aus dem Schuppen heraus und blieb dann vor ihrer Schwester stehen. Schließlich fragte sie: „Anderswo?“

Dabei verzog Sara ihr Gesicht für ein paar Sekunden, so wie jemand dies tat, der sich an ein längst vergessenes Ereignis erinnerte, bevor es wieder einen gleichgültigen Ausdruck annahm. Ohne zu wissen warum, sagte sie dann: „Anderswo, wo zum Teufel liegt denn dieses Anderswo!“

Svenja war sprachlos, wusste sie doch nicht, was sie darauf antworten sollte. Kopf schüttelnd ließ sie ihre Schwester im Garten stehen und ging dann ins Haus zurück.

Sara ging langsam hinterher, ohne zu ahnen, das sie sich sehr bald wieder erinnern würde. Erinnern an ANDERSWO, das irgendwo zwischen SONSTWO und NIERGENDWO lag und auch daran, das sie neue Freunde gefunden hatte...

 

*

 

...Dirk drehte sich immer noch und als er glaubte, das die Schaukel stillstand, öffnete er seine Augen. Verwundert sah er sich um, denn gleich zwei Dinge waren anders als sonst.

Erstens saß er auf dem Traktorreifen, auf dem er sich sonst quer drüber zulegen pflegte, wenn er dieses Spielchen machte und zweitens saß er nicht alleine auf der sich noch immer sacht drehenden Schaukel.

Rechts neben ihn saß Dennis, der ihn etwas erstaunt ansah und links von ihm öffnete grade Kesse verwundert ihre Augen.

Schweigend sahen sich die drei eine Weile an, bis Dennis schließlich die Reifenschaukel endgültig stoppte und absprang. Dann drehte er sich um und fragte sichtlich verwirrt: „Wie kommen wir nur hier hin und vor allem, was machen wir eigentlich hier auf diesem Spielplatz?!“

„Schaukeln vielleicht?“ stellte Dirk eine gegen Frage doch Dennis winkte nur unsicher ab.

Kesse deutete jetzt auf die Fahrräder, die neben dem Sandkasten ordentlich abgestellt waren und sagte: „Ich bin mir nicht ganz sicher, aber wollten wir drei nicht zu einer Höhle fahren um dort...“

Sie brach ab, überlegte angestrengt und sagte dann: „Wartet gleich fällt es mir wieder ein, was sagte ich doch gerade?“

Die Jungen schüttelten beide ihre Köpfe, hatten sie doch aus unterschiedlichen Gründen nicht zugehört.

Dennis hatte nämlich den roten Plastikball auf seinem Radgepäckträger entdeckt.

Für einen kurzen Augenblick glaubte er, das dieser von innen heraus zu leuchten begann. Aber dann grinste er etwas dämlich vor sich hin, weil er erkannte, das es so etwas nicht geben konnte.

So glaubte er wenigstens.

Dirk registrierte zwar, das Kesse irgendetwas gesagt hatte, doch worum es dabei ging bekam er nicht mit.

Er hatte bemerkt, das sein Ohrring sich nicht mehr dort befand, wo er eigentlich hingehörte. Nachdenklich spielte er an seinem Ohrläppchen herum.

Alle drei verfielen wieder ins Schweigen, bis plötzlich ein Geräusch die eingetretene Stille unterbrach. Langsam näherte sich dem Spielplatz ein knatterndes Motorengeräusch, das einzig Kesse sofort zu erkennen glaubte...

 

*

 

...Till saß auf seinem Mofa, dessen Motor in den Leerlauf geschaltet leise vor sich hin tuckerte.

Verwundert darüber, dass er auf einem Feldweg stand, dachte er angestrengt darüber nach, was er in den letzten Stunden gemacht hatte.

Nur langsam dämmerte es ihm wieder.

Er war auf der Selnauer Burg gewesen, weil dort Theo seinen Geburtstag feiern wollte. Immer deutlicher wurden seine Gedanken und dann wusste er plötzlich, das er Theos Party im Streit verlassen hatte.

An Einzelheiten dieses Streites mochte er sich jedoch nicht mehr erinnern. Fest stand nur, das er deshalb niemals wieder in Theos Bande zurück kehren würde.

Dennoch wurde er das Gefühl nicht los, merkwürdige Dinge erlebt zu haben. Erlebnisse von Monstern, Toren und magischen Gegenständen, von Türmen und Steinen und anderen Welten, die anders waren als jene Welt, in der er selbst zuhause war.

Hatte er einen Tagtraum gehabt? Er wusste es nicht.

Langsam fuhr Till nach Hause und als er am Hindenburg Spielplatz vorbei fuhr, sah er seine Schwester Kesse, die dort mit zwei Jungen stand.

Für einen kurzen Augenblick glaubte Till, beide Jungen schon eine halbe Ewigkeit zu kennen, doch dann war dieser Gedanke auch schon wieder vorbei.

Er grüßte seine Schwester kurz, in dem er seine Hand hob und dann einfach weiter fuhr...

 

*

 

Das Leben der Kinder ging seinen gewohnten Gang und niemand von den sieben konnte sich mehr an ihre Abenteuerlichen Erlebnisse erinnern.

Und das wäre auch sicher so geblieben, wenn nicht eines Nachts ein roter Plastikball unter Dennis Bett plötzlich in einem gespenstischen Licht zu leuchten begonnen hätte...

 

ENDE

 

-22-

 

© by Moritz W. Haus 2002/2001 & 2011

 

Logisch, das dies noch nicht das ENDE sein kann. Deshalb gibt es mit unserem 2. Online RomanSAMSUDARA“, die Fortsetzung von „ANDERSWO“.

 

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