Schrecken in der Nacht
von Moritz W. Haus (1995/2000)
Unsere
Geschichte beginnt nicht etwa in der Nacht sondern an einem schönen
Freitagmorgen.
Um Punkt
Acht Uhr rappelte ein Altmodischer Wecker den 12 Jährigen Kevin aus seinen Träumen.
Er gähnte herzhaft und stellte dass Nervende Klingeln seines Weckers mit einem
kurzen Schlag auf dessen Glocken ab. Dann sprang er aus seinem Bett und tanzte
wild durch sein Zimmer.
Nur ein
paar Straßen weiter, in einem anderen Kinderzimmer, tanzten ebenso zwei Jungen
freudig herum.
Es waren
Niels und Stefan, 11 und 12 Jahre alt. Beide waren Brüder und außerdem die
besten Freunde von Kevin.
Alle drei
freuten sich riesig weil heute ihr großer Tag war.
Es war der
Tag, an dem die drei Freunde zum ersten Mal in ihrem Leben ganz alleine auf
einer Wiese am Waldrand Zelten durften. Eine ganze Nacht lang und vor allem
ohne ihre Eltern.
Sie hatten
alles genau geplant, nicht zuletzt ihrer Eltern wegen die sich lange dagegen
gesträubt hatten ihnen dieses Abenteuer zu erlauben.
Kevins
Mutter hatte sogar von „Wildnis“ gesprochen, als sie mit ihrem Sohn zwei Tage
zuvor im Wohnzimmer gesessen hatte und dort eine von vielen Diskussionen zum
Thema „Zelten“ geführt hatten.
„Ihr könnt
doch auch hier in unseren Garten euer Zelt aufbauen. Das ist doch viel
sicherer!“ hatte die Mutter Vorgeschlagen.
„Warum?“
wollte Kevin von ihr wissen.
„Weil wir
dann da sind wenn etwas passieren sollte. Ich meine da draußen in der Wildnis
kann euch keiner helfen!“
Bevor nun
seine Mutter aufzählen konnte was denn so alles passieren könnte, hatte Kevin
seine Mutter wütend unterbrochen.
„Wildnis?
Nennst du eine abgemähte Wiese am Waldrand etwa Wildnis?“
Kevin war
vom Sofa aufgesprungen und aufgeregt zum Wohnzimmerfenster gelaufen. Er deutete
nach draußen und fragte aufgebracht seine Mutter: „Wie nennst du dann bitte
schön unseren Garten?“
Da seiner
Mutter irgendwie die Worte fehlten, sagte Kevin: „Ich sage dir nur eins. Unser
Garten ist ein Urwald. Das ist für mich Wildnis!“
Der Garten
war tatsächlich eine Art Urwald. Überall wuchsen Büsche, Dornensträucher und
sonstiges Grünzeug wild durcheinander. Nur unter einem großen Apfelbaum war
noch ein kleines Stück Wiese. Doch diese war kaum noch als solche erkennbar, da
das Gras lange nicht mehr gemäht worden war.
Kevin fand
den Garten zwar super, nicht so geleckt wie die Gärten in der Nachbarschaft mit
all ihren kitschigen Gartenzwergen, aber Zelten wollte er ohne seine Eltern.
„Weißt du
Mama, wenn wir hier im Garten Zelten würden, könnten wir ja gleich im
Wohnzimmer schlafen. Das bringt einfach nichts und macht überhaupt keinen Bock!
Wir sind doch keine Babys mehr. Verstehst du das denn nicht?“
So ging
das noch eine ganze Weile hin und her, doch dann hatte Kevins Mutter endlich
nach gegeben und dem Jungen dass Zelten, wenn auch mit unbehaglichen Gefühlen,
erlaubt.
Niels und
Stefan hatten ähnlich Diskussionen mit ihren Eltern gehabt, doch auch sie
hatten es geschafft sie davon zu überzeugen, dass schon nichts passieren würde.
Heute war
es also soweit und gleich nach dem Mittagessen sollte es losgehen.
Sie fuhren
mit ihren Fahrrädern zu dem etwa 2 km entfernten Lagerplatz. Alle wichtigen
Sachen waren in ihren Gepäckträgertaschen verstaut.
Gleich
nach der Ankunft bauten sie ihr Zelt gegenüber einer gelben Sitzbank auf, die
dort am Waldrand stand.
Etwas
weiter hinter der Bank stand eine mächtige Buche an der ein kleines, ziemlich
altes und verrostetes grünes Schild hing. Darauf waren kaum erkennbar die Worte
„Christans Ruh“ zu lesen. Denn so hieß der Ort ihres
Lagerplatzes.
Nachdem
das Zelt aufgebaut und die Luftmatratzen aufgeblasen waren, verbrachten sie die
Zeit bis zum Abend mit Versteck, Karten und vor allem mit Fußball spielen.
Kevin stand
im selbst Gebauten Tor, während Niels und Stefan jeweils gegeneinander auf das
Tor schossen.
Im Wald
hatten sie nicht weit von der gelben Bank entfernt zwei große, etwa zwei Meter
lange Holzstangen gefunden und diese als Torpfosten in den weichen Wiesenboden
gerammt.
Gegen neun
Uhr abends stand das Spiel 12:8 für Stefan. Beinahe wäre es zum Streit
gekommen, weil Niels nicht verlieren wollte doch Kevin schlug für Morgen ein
Rückspiel vor. Schließlich mussten sie erst nachmittags zu Hause sein.
Doch es
sollte alles ganz anders kommen.
Alle drei
hatten sich in ihr Zelt zurück gezogen und während die Dämmerung anbrach
erzählten sie sich Geschichten.
„Könnt ihr
mir sagen warum dieser Ort hier eigentlich „Christians Ruh“ heißt?“ wollte
Kevin von seinen Freunden wissen.
„Klar!“
sagte Niels. „Hier soll sich mal jemand Aufgehängt haben und dieser Jemand hieß
Christan. Deshalb hat man diesen Ort so genannt.
Und Stefan
fügte hinzu: “Unsere Oma hat mal erzählt, das dass vor 150 Jahren passiert sein
soll.“ Er machte eine kurze Pause und sagte dann: „Manchmal soll dieser
Christian auf der alten Bank direkt unter der Buche sitzen und zwar immer um
die gleiche Zeit!“
Es gab
tatsächlich noch eine zweite, ziemlich alte Holzbank die schräg hinter der
neuen Bank stand.
Auf ihr
waren Moos und Pilze gewachsen und es sah nicht so aus, als hätte in den
letzten 10 Jahren je ein Mensch auf ihr gesessen. Direkt hinter der morschen
Bank stand die alte Buche, an der das grüne Schild mit dem Namen dieses Ortes
befestigt war.
„Um welche
Zeit?“ erkundigte sich Kevin, dem es jetzt etwas mulmig wurde.
„Natürlich
um Mitternacht, wann denn sonst!“ antwortete ihm Stefan.
„Du
spinnst doch!“ meinte Kevin. „Das muss ja dann ein Geist sein und Geister gibt
es doch nicht!“
Bei diesen
Worten hatte er verstohlen auf seine Uhr geblickt und festgestellt, dass es bis
Mitternacht nur noch 30 Minuten dauern würde.
Sie
schwiegen eine Weile.
„Warum
sitzt er denn da?“ wollte Kevin plötzlich wissen.
„Sitzt
wer?“ fragte Niels.
„Na dieser
Christian. Warum sitzt er manchmal mitten in der Nacht dort auf der alten Bank?
Hat das eure Oma auch erzählt?“
Inzwischen
war es Stockdunkel geworden, denn der Himmel hatte sich mit Wolken zugezogen,
so dass der Mond nicht mehr zu sehen war.
„Ja, das
hat sie.“ flüsterte Stefan.
„Warum
flüsterst du denn jetzt?“ fragte Kevin leise.
„Er könnte
uns hören, verstehst du? Er mag es jedenfalls nicht wenn jemand um Mitternacht
in seiner Nähe ist und ihn beobachtet!“ wisperte Stefan kaum noch hörbar.
„Wobei
denn beobachtet?“ bohrte Kevin weiter, dem die ganze Geschichte nun recht
unheimlich geworden war.
Niels
erzählte nun die Geschichte weiter.
„In jener
Nacht also saß Christian auf der alten Bank unter dem Baum hinter uns. Er hatte
ein vier Meter langes Seil dabei mit dem er schreckliches vor hatte.
Es blitzte
und donnerte und der Regen fiel in Strömen. Christian kletterte mit dem Seil
auf den Baum hinauf, legte sich eine Schlinge um den Hals und sprang dann in
die Tiefe!“
„Und dann hing
er mausetot an dem Baum!“ fragte Kevin entsetzt.
„Nein!“
erzählte nun Stefan wieder weiter. „Das tat er nicht. Er hatte nämlich
vergessen sein Seil oben an einem Ast fest zu binden und so fiel er einfach nur
herunter! Unten soll er dann mit seinem Kopf gegen einen Stein gefallen sein,
so das er Bewusstlos am Boden liegen blieb!“
„Aber dann
lebte er ja noch!“ rief Kevin erleichtert.
„Leider
nicht sehr lange, denn Christian ertrank unter dem Baum!“ sagte Stefan ernst
doch Kevin musste laut lachen.
„Ich habe
noch niemals gehört, dass jemand unter einem Baum im Wald ertrunken ist!“
lachte Kevin ungläubig.
„Warte,
ich werde dir etwas zeigen!“ sagte Stefan und kroch dann aus dem Zelt hinaus.
Niels und
Stefan folgten ihn nach draußen in die Dunkelheit. Dort schaltete Stefan seine
Taschenlampe an und ging dann zu der gelben Sitzbank hinüber, die gespenstisch
im zuckenden Taschenlampenlicht schweigend und leer am Waldrand stand. Er stieg
die leichte Steigung zu der alten Holzbank hinauf und rief. „Los komm schon
Kevin oder hast du etwa Angst?“
Kevin
hatte Angst, behielt das aber für sich.
Da Niels
nun ebenfalls zur alten Bank hinauf ging, folgte er ihm schnell. Stefan
leuchtete nun in eine große tiefe Mulde, die sich direkt neben der alten Buche
im Waldboden auftat.
„Siehst du
diese Mulde hier?“
Kevin
nickte nur.
„In jener
Nacht regnete es so stark, das sich dieses Loch hier schnell mit Wasser füllte.
Christian fiel mit dem Gesicht nach unten hinein und da er Bewusstlos war
ertrank er in dieser Mulde. Und das alles passierte genau vor 150 Jahren!“
Im Wald
schrie ein Nachtvogel und alle drei zuckten heftig zusammen. Rasch kehrten sie
zu ihrem Zelt zurück.
„Aber
jetzt weiß ich immer noch nicht warum dieser Christian heutzutage als Geist um
Mitternacht dort sitzen soll. Ich habe schon richtige Angst!“ jammerte Kevin
jetzt.
Schließlich
fragte Niels: „Du weißt es wirklich nicht Kevin?“
„Nein, -
warum?“
„Du willst
es wirklich wissen?“
„Eigentlich
nicht...“ fing Kevin an, doch Nils schnitt ihm das Wort ab.
„Also gut,
da du es unbedingt wissen möchtest erzähle ich es dir! Er sitzt nämlich da und
denkt darüber nach, was er wohl vor 150 Jahren vergessen hat!“ Dabei hatte er
seine Stimme etwas verstellt und Kevin jagte deshalb ein eisiger Schauer über
seinen Rücken.
Zitternd
fragte er: „Er hat das Seil nicht fest gebunden bevor er hinunter sprang!
Richtig?“
Niels gab
ihm darauf keine Antwort, sondern sprach mit immer noch verstellter Stimme
weiter: „Und du hast auch etwas vergessen Kevin und wenn es dir nicht ganz
schnell wieder einfällt, wirst du um Mitternacht neben Christian auf der alten
Bank sitzen und dann darüber nachdenken müssen!“
„Was habe
ich denn Vergessen?“ schrie Kevin jetzt in panischer Angst.
„Du hast
Vergessen, das es überhaupt keine Gespenster gibt!“ kreischte er in die
Dunkelheit hinein. Dabei klang seine Stimme wie ein laut quietschendes
Türscharnier.
Kevin
wurde ziemlich sauer auf seine Freunde, weil sie ihn hereingelegt hatten. Aber
zugleich war er auch erleichtert darüber, das es eben
nur eine Geschichte war. Denn wären die Brüder bei ihrer Geschichte geblieben,
hätte er mit Sicherheit in dieser Nacht kein Auge zu bekommen. Erst recht nicht
in einem Zelt und schon gar nicht an einem Ort, der den Namen eines Gespenstes
trug. Trotzig sagte er: „Ich habe das die ganze
Zeit
gewusst und wollte euch nur nicht den Spaß verderben!“
„Ja ja,
schon gut.“ gähnte Niels der inzwischen, genau wie sein Bruder, aufgehört hatte
zu lachen. „Los, lasst uns jetzt schlafen.“
Sie lagen
in ihren Schlafsäcken und lauschten dem Knistern und Rascheln des Waldes. Bald
waren sie eingeschlafen.
Kurz nach
Mitternacht schreckte Stefan aus seinem Schlaf. Irgendetwas hatte ihn geweckt.
Er
lauschte angestrengt in die Nacht hinein, konnte aber außer den Geräuschen des Waldes
nichts Besonderes hören.
„Muss ich
wohl geträumt haben.“ murmelte er und drehte sich auf die andere Seite um
weiter zu schlafen. Doch dazu kam er nicht mehr.
Ein lautes
kreischendes Geräusch ließ ihn aus dem Schlafsack in die Höhe fahren. Fast gleichzeitig
hörte er zwei dumpfe Schläge.
„Habt ihr
das auch gehört?“ flüsterte er ängstlich den anderen zu. Doch er bekam keine
Antwort. Sie schliefen sicher noch.
Ein
furchtbarer Gedanke blitzte vor seinen Augen auf. Schliefen sie wirklich? Waren
sie überhaupt noch im Zelt? Ja konnte es sein, das... .
Er dachte
den Gedanken nicht zu Ende, sondern packte voller Panik nach den Schlafsäcken
von Kevin und Niels.
„Was zum
Teufel soll das?“ gähnte Kevin lautstark.
„Pssst!“ zischte Stefan. „Habt ihr das eben nicht gehört?“
Gerade
wollte sich Niels bei Stefan erkundigen, was er wohl gehört haben mochte, als
er und seine Zeltgenossen eine unheimliche Stimme hörten, die ihnen das Blut in
den Adern gefrieren lies: „Es wird nicht halten, - du hättest den Knoten
fester machen sollen!“ sagte die unbekannte Stimme, die durch einen
leichten Echoeffekt noch schauriger durch den dünnen Zeltstoff zu ihnen drang.
Die drei
Jungen saßen bewegungslos in ihrem Zelt und schließlich sagte Kevin leise:
„Das ist
er, Christian. Es gibt doch Geister und gleich wird er merken, dass er nicht
alleine ist. Dann wird er zu uns in das Zelt kommen und wird uns...“
Weiter kam
Kevin nicht, denn Niels brachte ihn mit einem kräftigen Stoß in die Rippen zum
Schweigen.
„Sei
endlich Still!“ herrschte er ihn an. Dann sagte er: „Hört doch mal. Könnt ihr
das nicht hören? Das ist doch Musik. Ich fresse einen Kuhfladen wenn das keine
Musik ist!“
Alle
lauschten gespannt und es stimmte tatsächlich. Da war leise Musik zu hören. Sie
wurde gelegentlich durch Lautes Poltern und anderen Geräuschen übertönt.
Plötzlich
ertönte die Fremde Stimme erneut, diesmal noch lauter: „Jetzt Pack mal mit
an, nur noch den hier und dann ab durch die Mitte!“
„Das will
ich sehen!“ sagte Stefan und noch ehe die anderen begriffen, was er vor hatte,
steckte er seinen Kopf aus dem Zelt und starte angestrengt in die Dunkelheit
hinaus. Der Mond verbarg sich immer noch hinter einer dichten Wolkendecke, so das er kaum etwas erkennen konnte. Aber was er sehen konnte
reichte aus, um seine Angst völlig zu verlieren.
Nils und
Kevin schauten nun ebenfalls aus dem Zelt.
„Da
drüben, seht ihr! Das sieht aus wie die Innenbeleuchtung von einem Auto!“ sagte
Stefan aufgeregt zu ihnen.
Etwa 250
Meter von ihrem Zelt entfernt war ein kleines Wäldchen, an dem ein
unbefestigter Feldweg entlang führte. Und dort stand jetzt ein Auto aus dem
zwei Unbekannte ganz offensichtlich irgendetwas aus Luden.
Plötzlich
ertönte das kreischende Geräusch erneut, gefolgt von zwei dumpfen Schlägen.
„Das waren
Autotüren und das Gekreische eben hörte sich genauso an wie die Heckklappe von
unserem Nachbarn Müller!“ stellte Stefan fest.
Nils
musste seinen Bruder recht geben, denn ihr Nachbar Müller fuhr einen uralten
Fort-Kombi, bei dem es nur noch eine Frage der Zeit war, bis dieser auseinander
fiel.
Er hatte
kaum zu ende gesprochen, als drüben am Waldrand ein Motor gestartet wurde. Ein
Greller Lichtkegel fraß sich nun seinen Weg durch die Dunkelheit als das Auto
der Unbekannten los fuhr.
„Seht ihr,
nur ein Scheinwerfer brennt. Das ist der Herr Müller, ganz sicher!“ sagte Nils.
Langsam
kroch das Auto den schmalen Wiesenweg entlang der auf dem Feldweg mündete, auf
denen sie heute Mittag noch mit ihren Rädern entlang gefahren waren. Links ging
es zu ihrem Zeltplatz, recht hinunter in die Stadt.
Die Kinder
waren erleichtert, als der Wagen in Richtung Stadt abbog und langsam in der
Dunkelheit verschwand.
Die
Neugier hielt die drei Freunde nicht lange im Zelt. Mit Taschenlampen bewaffnet
marschierten sie zu der Stelle, an der das Auto gestanden hatte. Fünf Minuten
später waren sie vor Ort und staunten nicht schlecht.
„Was haben
wir den hier?“ rief Kevin, als sie mit ihren Taschenlampen die Böschung
ableuchteten.
„Dumme
Frage, bist du blind?“ fragte Niels. „Das ist eindeutig Müll!“
Ungläubig
betrachteten sie ihren Fund. Da lag ein alter Teppich, ein Fernseher, eine
Kiste mit Farbtöpfen, zwei Autoreifen und noch etliche andere Dinge die in
Plastiksäcken verpackt waren.
Und sie
fanden noch etwas, etwas was die Männer sicher nicht mit Absicht hier zurück
gelassen hatten.
Es war
eine hellblau lackierte Radkappe, die mitten auf dem Weg lag. Und dreimal dürft
ihr raten am welchem Auto die wohl jetzt fehlte.
Nachdenklich
gingen die Jungen zum Lager zurück. Die Radkappe nahmen sie mit.
Sie
sprachen noch lange über das Auto, den Müllers und natürlich über den
aufgefundenen Müll, der sicher nicht hier in den Wald gehörte.
Endlich
schliefen sie wieder ein und den Rest der Nacht verbrachten sie auch ungestört.
Am
nächsten Morgen wachten sie erst spät wieder auf und es war schon halb zehn,
als sie gemeinsam auf der Wiese saßen und Frühstückten.
„Was
sollen wir denn nun machen?“ fragte Kevin mit vollem Mund seine Freunde.
„Keine
Ahnung, am besten erzählen wir es erst einmal unseren Eltern.“ meinte Niels.
„Ich habe
eine Idee!“ rief Stefan plötzlich. Dabei verschluckte er sich an seinem mit
Salami belegtem Brot.
„Na los,
sag schon!“ drängte ihn sein Bruder. Dabei schlug er seinen Bruder kräftig auf
den Rücken, weil dieser Husten musste. Endlich konnte Stefan wieder sprechen.
„Ihr wisst
doch was ein Bumerang macht wenn man ihn wegwirft oder?“
„Natürlich
wissen wir das. Er kommt zurück!“ sagte Kevin.
„Genau wie
der Müll von Müllers zurück kommen wird. Dafür werden wir schon sorgen!“
grinste Stefan.
„Aber
glaubst du etwa, das die Müllers einfach nur taten los zuschauen werden, wenn
wir ihnen den Müll am helllichten Tage einfach so vor ihre Türe legen?“ wollte
Nils wissen.
„Natürlich
nicht. Deshalb liefern wir ja auch nachts. Die werden sich freuen, wenn sie
morgens neben ihrer Sonntagszeitung auch noch ihren Müll liegen haben.
Vielleicht bekommen wir ja auch noch Finderlohn!“
Jetzt
mussten alle lachen.
Für diesen
Plan brauchten sie natürlich die Hilfe ihrer Eltern und die bekamen sie auch.
Und so kam
es, das am nächsten Morgen der ganze Abfall wieder
dort lag, wo er ursprünglich auch her gekommen war.
Ihr
könnt euch sicher Vorstellen, das Herr Müller Bauklötze staunte, als er seine Zeitung
aus dem Briefkasten holen wollte.
ENDE
Diese
Geschichte ist frei Erfunden. Jede Ähnlichkeit mit lebenden Personen wäre rein zufällig oder doch Beabsichtigt. Wer hier ein schlechtes Gewissen
hat, ist selbst daran schuld.
Den Ort des
Geschehens gibt es tatsächlich! „CHRISTIANS
RUH“, ein Zeltplatz für
ganz mutige!
© by Moritz W. Haus
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