Katastrophen Mops
Von Pauline N., 12
Jahre
Es passierte an einem
Mittwochnachmittag. Das weiß ich deshalb so genau, weil Mittwoch mein
verhasster 8 Stunden Tag war.
Als ich diesen scheinbar endlosen Tag
in der Schule endlich hinter mich gebracht hatte, trottete ich mit meiner
gleichnamigen Freundin quasselnd nach Hause. Schon vom weitem sah ich meine
Mutter. Sie kam scheinbar vom einkaufen zurück. Ich winkte ihr zu und
verabschiedete mich von Pauline. „Na Große, wie war dein Tag? Endlich Schule
geschafft, was?“ Mama lächelte mich an. „Na ja, halt ein bisschen stressig aber
sonst alles okay.“ Danach half ich ihr das Eingekaufte ins Haus zu tragen.
Gerade als ich die Tür öffnete, stürmte mir Molly, unser süßer, kleiner, dicker
und vor allem FRECHER Mops entgegen. ,,Hallo Mollllyyy! Na Süße… Nein, nicht… Bleibst du wohl… „Mama
pass auf!“
Doch es war wie bereits erwartet zu
spät. Molly stürmte auf die Straße kläffte und war
bald nicht mehr zu sehen. Eigentlich machte sie dass nicht selten (liegt das
etwa an unserer schlechten Erziehung oder an ihrem Dickkopf?!) und dachte mir,
sie würde ja gleich zurück kommen. So wie immer. Doch heute ritt sie etwas
anderes. Nach einer halben Stunde war sie immer noch nicht zurückgekehrt. ,,Pauli?“ rief meine Mutter zu mir in mein Zimmer. „Jaaaaa?“ - ,,Könntest du bitte Molly einfangen? Wäre ganz
lieb!“
Die gute Tochter erhob sich dann
ächzend aus ihrem bequemen Schreibtischsessel und zog sich Schuhe an. Danach
ging sie auf die Straße, rief so 100 mal den Namen dieses Köters, lief ein paar
mal durch andere Straßen und gab so ziemlich nach 5 Minuten auf. Ich beschloss
also wieder nach Hause zu gehen. Langsam stieg in mir dir Panik auf. Was, wenn
ich Molly nie wieder sehen würde? Was, wenn ein Auto sie erfasst hätte?
Schlimme Gedanken!
„Mama, ich find sie nicht! Ich hab sie
schon überall gesucht aber nicht gefunden. Keine Spur! Was machen wir denn
jetzt?!“ - ,,Warst du schon bei Peggy? Haste da schon mal geklingelt?“
Peggy war eigentlich der Hund des
Nachbarn (an dem sich Molly auch mal ein Beispiel nehmen könnte!) aber ehrlich
gesagt den Namen dieser Nachbarn kenne ich seit Jahren noch immer nicht. Also
hieß die Familie von Anfang an nur: „Peggy“. Aber ich wollte da nicht klingeln.
War mir irgendwie peinlich. ,,Ähm, nee- nicht wirklich. Muss ich?“ Diese Frage
beantwortete Mama mit einem Nicken.
Und wieder startete ich eine scheinbar
erfolgslose Suche nach unserem Hund. Meine Schuhe schlurften über den Asphalt
in Richtung Familie „Peggy“.
Ich zögerte noch ein paar Minuten,
doch als ich die Klingeln betätigen wollte, hörte ich auf einmal die Stimme
meiner ca. 4 jährigen Nachbarin Paula, die mit ihrer Familie im Garten
„spielte“. ,,Guck mal, da ist ein Hund!“ Abrupt drehte
ich um, sah in ihr kleines Kindergesicht und folgte ihrem ausgestreckten
Finger. Der Finger zeigte auf eine Terrasse. ,,Pauline? Ist das da oben
vielleicht dein Hund?“ Frau Nevermann (logischerweise
die Mutter von Paula) sah mich fragend an. ,,Das äh…,
könnte… äh… eventuell sein. Ja.“ Nach genauerem sehen bestätigte sich mein
Verdacht. Molly war auf der Terrasse des Mehrfamilienhauses.
Aber wie in Teufels Namen kam mein
Hund auf die Terrasse eines 3 stickigen Hauses? ,,Oh
Gott, wie kommt sie denn da rauf?“ - ,,Hm… , ich weiß
nicht. Ist sie vielleicht mit Herrn Amsel ins Haus gekommen?“ Stimmt. Das
konnte sein. Herr Amsel konnte nicht mehr so gut sehen und dann hat er Molly
wahrscheinlich auch nicht wahrgenommen als sie mit ihm ins Haus und dann in die
Wohnung gerannt war. Das war die Lösung! Ich brauchte also nur bei ihm klingeln
und meinen Hund wieder holen. Oh ja, danke. Ich werde dann mal klingeln. Noch
mal Dankeschön!“ Voller Vorfreude hüpfte ich an die Tür und klingelte.
Und klingelte. Und klingelte. Niemand
da. Neeeeeiiiinnnn! Warum? Warum ich? Heute war
wahrscheinlich mein Glückstag. ,,Frau Nevermann? Herr
Amsel ist nicht zu Hause!“
Wie auf Kommando fing der Köter an zu
winseln. Nach mehreren Versuchen, Herr Amsel anzurufen, Herr Amsels Frau zu erreichen und noch mal bei ihm zu klingeln,
einfach jeglichen Kontakt mit ihm aufzunehmen, scheiterte. Irgendwann musste
ich auch zum Training. Mir war es jetzt egal WIE mein Hund da runter kam.
Hauptsache sie kam überhaupt wieder runter.
Als ich nach dem Sport nach Hause kam,
stürmte mir Molly schwanzwedelnd entgegen. Scheinbar hatten sie Molly doch
wieder herunter bekommen. Und wie? Also, der Papa von Paula hat eine Leiter an
den Balkon gestellt und sie dann herunter gehoben. OK, auch eine Variante.
Ein paar Tage später vertraute mir der
dritte Bewohner (also der dritte Bewohner dieses Mehrfamilienhauses) an, das er
mit Herrn Amsel ein Spaziergang gemacht hatte und als sie nach Hause kamen noch
Tee trinken wollten, es erbärmlich stank. Die werte Gestalt von Hund hatte doch
tatsächlich einen fetten Hundehaufen in die Küche gesetzt. Der Herr beseitigte
zum Glück das kleine Missgeschick.
Diese Geschichte ist nur ein
ganz kleines Puzzleteil einer 1000 Puzzleteilgeschichte der Katastrophen von
Molly und meiner Familie. Ich hoffe ihr hattet Spaß beim Lesen!
© by Pauline N. 2008
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